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01.10.2017 / 7 Jahre, eine kleine Zeitreise – oder – wie alles begann!

Sonntag, Oktober 1st, 2017

Letztens habe ich auf einer Onlinebörse gestöbert und eine Kamera gefunden, die mir sehr bekannt vor kam – die Nikon D60 aus dem Jahre 2008. Nichts besonderes heutzutage, 3 Autofokus Messpunkte und 10,2 Megapixel mit einer maximalen Empfindlichkeit von ISO 1600 und 3 Bilder pro Sekunde – das alles bekommen Mobiltelefone heutzutage in der Regel schon besser hin. Für etwa 100 € kann man diese Kamera heutzutage gebraucht erwerben. Wie gesagt, nichts besonderes, jedoch war genau diese Kamera mein Einstieg in die Digitale Spiegelreflexfotografie.

Der Anfang

Ich möchte an genau diesem Punkt mit meiner Geschichte beginnen. Es war eine kleine Revolution, eine ganz neue Ära welche diese kleine Kamera eingeläutet hat. Ich war zu Gast bei einer Freundin welche sich diese Kamera gekauft hat. Ganz glücklich und stolz machten wir zusammen damit die ersten Bilder. Ich war ein wenig mit der Technik vertraut – vorher habe ich noch mit der Kamera von meinem Vater – der Exa 1B – hantiert und hatte die wichtigsten Information zu Belichtungszeit, ISO und Blende im Hinterkopf wobei diese kleine Kamera die Welt auf den Kopf gestellt hat.

Sie war eine ganz andere Dimension – angefangen von dem zauberhaften „Klack“ Geräusch welches man auch an der Kamera gespürt hat bis zu der Bildqualität und den Möglichkeiten des magischen 18-55 mm Objektives. Schärfentiefe, Langzeitbelichtung, Blitz – alles ist möglich. Ich war überzeugt und musste sie mir auch kaufen. Schnell habe ich online gestöbert und sie bei einem Versandhandel entdeckt. 650€ mit 2 Objektiven – 18-55 mm und 55-200 mm. Damit kann ich alles fotografieren, und die Objektive haben VR damit nichts verwackelt. Perfekt. Damit lässt sich auch die Dimension von 650 € gut aushalten. Also habe ich sie mir bestellt und konnte es gar nicht erwarten sie in den Händen zu halten, meine erste Spiegelreflex Kamera.

Der Einstieg ist geschafft

Nun habe ich sie, die Nikon D60 aber wie geht s weiter? Ich bin erstmal allein los gezogen, habe sie ausprobiert – bei Tag, Dämmerung und Nacht. Dann habe ich mit der Freundin die sie zuerst hatte zusammen Fotos gemacht und schnell gemerkt dass es mehr als nur ein teurer Spaß ist Fotos zu machen, es ist eine Faszination. Ich konnte durch einen kleinen Fingertipp in Millisekunden ein Foto erzeugen welches eine Freude ist anzuschauen. Ich merkte schnell wie sich Blende in Zusammenhang mit Belichtungszeit und ISO verhalten und habe dies entsprechend meinen Wünschen eingestellt und ausprobiert.

Die Erfahrungen wuchsen durch Partybilder

Die Zeit verging und ich habe in Dessau Freunde getroffen, die sich auch mit Fotografie beschäftigen. Dem Fotoportal Partybilder24.com bin ich seit 2009 treu geblieben. Dadurch konnte ich mich auch weiterentwickeln und habe neue Freunde getroffen die sich auch mit Fotografie beschäftigen. Ich kam dadurch stark mit dem Thema „Eventfotografie“ in Kontakt, welches sich oft auf Discotheken beschränkte. Durch meine Arbeit habe ich weiteren Kontakt zu Freunden gefunden, mit denen ich meine ersten „Fotoshootings“ – später genannte Fotoausflüge – durchführen konnte. Damit konnte ich mich einem zweiten Interessengebiet, der Portraitfotografie widmen. Ich war total davon überzeugt, dass meine Nikon D60 für alle Lebenslagen die perfekte Kamera sei, jedoch habe ich schnell feststellen müssen, dass noch weitaus mehr dazu gehört. Aber eins nach dem anderen.


Also machte ich mich mit einer doch recht kleinen Anfängerkamera und einem Profiblitz in die Disco und ergatterte recht passable Ergebnisse. Für frontale Fotografie braucht man keine gute Kamera – keinen guten Blitz und kein gutes Objektiv, dafür ein wenig Menschenverständnis und einen Blick dafür, nur das auf das Bild zu bekommen, was dem Auge schmeichelt – gern von oben fotografiert, schräg und keine dicken Arme. Vielleicht auch nicht so nah. 😉 Gut, das habe ich also gelernt.

Selbst ist der Mann

Ich war nie der große Fan von Bedienungsanleitungen oder dem stundenlangen erklärt bekommen von Technik – ich musste es selbst ausprobieren. Also habe ich meine Kamera genommen und mich in Discotheken gewagt. Dabei stieß ich auf das erste Problem – dem Licht. Es war schrecklich ernüchternd zu sehen, wie leicht am Tag sich Fotos machen lassen, jedoch im Club das nötige Licht fehlt. Ich versuchte es zu kompensieren – hoher ISO – längere Belichtung, welches sich jedoch auf eine schlechtere Bildqualität niederschlug. Anfangs habe ich gern direkt geblitzt – es entstanden unschöne Schlagschatten. Erst durch eine spätere Investition in ein gutes Objektiv habe ich mich an das indirekte Blitzen herangetastet und Spaß daran gefunden, weil die Personen viel lebendiger und Echter aussehen.

Die endgültige Erlösung kam jedoch erst, also ich im Oktober 2009 etwa 2000 € investierte um mir einen Blitz und eine neue Kamera, die Nikon D300s, zu kaufen. Dies war der Schritt in eine neue Dimension der Eventfotografie. Der Autofokus der Kamera war phänomenal mit 51 Messfeldern. Sicherlich bekommt man für weitaus weniger als 450€ einen Blitz, aber ich wollte den besten haben, den Nikon zu bieten hat. Das war zu dem Zeitpunkt der SB 900 von Nikon. Der Blitz machte die Nacht zum Tag und um herauszufinden, dass Akkus besser als Batterien sind brauchte ich nicht lang. Der Autofokus tat sein übriges um nun auch schärfere Fotos in der Nacht zu erzielen. Die Farben kam mit der neuen Kamera wesentlich besser zur Geltung.

In den Clubs habe ich auch andere Fotografen kennenlernen dürfen. Bis auf wenige Ausnahmen verliefen solche Treffen recht angenehm und gestalteten sich spannend. Man konnte sich über Technik austauschen und Tricks vom anderen Lernen. So konnte ich und auch die anderen Fotografen profitieren. In einigen Clubs in denen ich öfters war, konnte ich das Vertrauen der Veranstalter gewinnen und somit auch viel vor Ort ausprobieren was für bessere Aufnahmen sorgte.

2011 – Ab in die Luft

2011 ging es für mich zum ersten Mal in die Luft – nicht wie heute in Drohnen – sondern in einem Gyrocopter. Durch eine Schaufensteraktion in Hettstedt wurde Willi Horka auf mich aufmerksam und wir verbrachten einige Zeit in der Luft um ein paar Aufnahmen für Klienten und Kunden anzufertigen.

 

2013 – Jugendtours und das Reisen

2013 war das Jahr von Jugendtours. Durch einen sehr guten Freund bekam ich die Information, dass Jugendtours einen Fotografen für 3 Monate sucht. Es sollten Fotos für fast alle Orte des Unternehmens erstellt werden. 3 Monate am Stück sind jedoch für einen in Arbeit stehenden Angestellten schwierig zu realisieren. Durch meinen Arbeitgeber konnte ich jedoch meinen Jahresurlaub und unbezahlten Urlaub zusammen nehmen und mich dadurch ins Abenteuer stürzen. Spanien, Ungarn, Kroatien, Italien und einige Orte in Deutschland warteten dann nur darauf fotografiert zu werden. Es war eine besondere Erfahrung auf die ich auch sehr stolz bin.

Die Portraits

Was machte inzwischen meine Portraitfotografie? Sie stockte. Ich war zwar öfter unterwegs aber der Pep fehlte. Also habe ich überlegt ein neues Objektiv zu kaufen, jedoch mein Budget dafür nicht besonders hoch angesetzt, immerhin war ich nur privat unterwegs und es war ein Hobby. Ich entschied mich mich bei einem Besuch in einem Elektromarkt in Dessau für ein 35mm Festbrennweitenobjektiv. Für 180 € fand ich es ein gutes Mittel um meine Fotos besser zu gestalten, dachte ich zumindest und ich wurde auch nicht enttäuscht. Bei den darauf folgenden Ausflügen mit Freunden und Bekannten konnte ich es gut ausprobieren und die Schärfentiefe hat mich fasziniert. Ich lernte auch die Begrifflichkeit „Fußzoom“ kennen, welches solche Objektive mit sich bringen. Anders als bei „Zoom-Objektiven“ muss man entweder näher ran oder weiter weg gehen um den Bildausschnitt zu verändern.

Ich probierte auch viel mit Bildbearbeitung aus, zuerst mit der Software „Paint Shop Pro“ von Jasc/Corel und erst seit 2015 mit Photoshop. Den Schritt dazu habe ich nicht bereut, weil die Möglichkeiten wesentlich besser sind – vor allem hinsichtlich der Bildqualität.

2014 – ein Techniksprung

Bis etwa 2014 fotografierte ich mit dem Bildformat „JPEG“. Zuvor hatte ich gehört, dass es besser sein sollte, im RAW Format die Bilder zu bearbeiten. Ich konnte mir bis dato kein Bild davon machen weil ich meine Bilder entweder direkt aus der Kamera genommen und genutzt habe oder sie ab und an mit „Paint Shop Pro“ bearbeitet habe. Außerdem war mir die Dateigröße zu enorm. 2015 habe ich mir die Creative Cloud von Adobe abonniert, welche unter anderem Photoshop und Lightroom beinhaltet. Damit öffneten sich für mich ganz neue Welten. Dem

2015 – Vollformat

2015 war auch das Jahr in dem ich mich entschied meine erste Vollformatkamera von Nikon zu kaufen. Ich konnte schon mit einigen Vollformatkameras in der Vergangenheit in unterschiedlichsten Situationen Aufnahmen machen. Im Dezember entschied ich mich für die damals noch recht neue Nikon D750.
Vom Preis/Leistungsverhältnis ist sie sehr ausgewogen. Leider hatte ich mit der Kamera ein wenig „Pech“, da sie ein kleines Shutterproblem hatte. Dieses wurde jedoch dank der schnellen und unkomplizierten Hilfe von dem Nikon Service Point in Dresden schnell behoben. Durch die Vollformatkamera bin ich auch mit den Ergebnissen der sogenannten „Available Light“ Fotografie und Eventfotografie bei Dämmerung und Nacht mehr zufrieden. Nun lassen sich Situationen viel Besser festhalten ohne den Einsatz vom künstlichen Licht oder nur mit indirektem (Blitz) licht.

Hinzu kommt, dass ich in der Vergangenheit auch in Objektive investiert habe welche eine unbestechliche Brillanz in Zusammenhang mit der Nikon D750 erweist. Damit ist es eine besondere Freude sportliche Events – auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen – zu begleiten.

Auch habe ich an Fototouren mit Freunden, welche sich genau so mit der Fotografie beschäftigen und sich dafür begeistern können große Freude gefunden. Es ist für mich eine Art Auszeit und Therapie von der doch sonst so recht stressbelasteten Umwelt. Ich nutzte die Zeit sehr gern wenn ich keine anderen Aufträge für Events habe. Hierbei entstand zum Beispiel auch die Aufnahme von Leipzig.

2016 – Eventfotografie für das Funkhaus Halle

2016 habe ich durch das Funkhaus Halle meine Fotografieaufträge für Events erweitern können, so dass ich mir im September 2017 eine neue – zweite Vollformatkamera – bestellen konnte. Auf diese freue ich mich schon besonders – jedoch ist sie leider im Lieferverzug. Aber bekanntlich ist ja Vorfreude die schönste Freude.

Was steht noch in den nächsten Jahren an? Meine Ziele sind, dass ich meine gesamte Fotografie auf den Bereich Event und Portrait spezialisieren möchte. Dazu möchte ich noch in weitere Technik investieren um noch beeindruckendere Aufnahmen von Events zu gestalten. Auch mit dem Gedanken der kompletten Selbständigkeit habe ich gespielt, jedoch möchte ich mir derzeit noch die Freiheit gönnen, Aufträge anzunehmen, die mir Spaß und Freude bereiten da es eher noch ein Zubrot ist statt einem Hauptverdienst. Auch möchte ich Zeit nutzen, wie in meiner früheren Hobbyzeit, um mit Freunden Zeit zu verbringen, zu plaudern und sie ab und an zu knipsen.

Ein Resümee

Mein Resümee der letzten 7 Jahre ist, dass ich den Schritt in die nebenberufliche freiberufliche Fotografie zu wagen noch nicht bereut habe. Sicherlich gibt es immer wieder Dinge, die einen (Teil) Selbständigen auf den Boden der Realität holen. Dazu gehören ungeahnte Herausforderungen und Reklamationen, Zahlungsverzug von Klienten bzw. realitätsferne Vorstellungen sowie hohe unerwartete Reparaturkosten an der Kamera. Jedoch kann ich behaupten mit jeder Herausforderung Standfester geworden zu sein. Nicht jeden Auftrag möchte oder kann ich annehmen. Ich habe gelernt nein zu sagen bzw. jemanden zu empfehlen der mehr Erfahrung hat auf einem Gebiet, auf dem ich mich eventuell schon mal ausprobiert habe. Ich weiß auch genau, dass ich einige Fotos nicht mit so einer Freude umsetzen kann, wie es andere auf ihrem Gebiet tun.

Auch habe ich mich schon vor längerem von den Aufträgen distanziert, in dem man für 50 € oder noch weniger in die Disco gegangen ist um sich 4 Stunden lang den Partygästen zu stellen. Die zusätzliche Nacharbeit von mindestens 2 Stunden und 2 Stunden Fahrt sieht man dabei nicht. Nicht dass diese Events kein Spaß gemacht haben, aber der Stellenwert eines Fotografen wird oft von Veranstaltern zu niedrig eingestuft. Dabei auch abzuwägen welcher Veranstalter Geld investieren kann jedoch nicht will von den Veranstaltern die einen Fotografen bezahlen möchten aber nicht können ist nicht so leicht was jedoch nichts vom Endergebnis – einen Auftrag abzugeben – ändert.

Mit dem heutigen Beitrag möchte ich nur einen kleinen Einblick in meine Fotografie der letzten 7 Jahre gewähren.  Gespannt schaue ich in die Zukunft und freue mich auf die Dinge, die da noch kommen. 😉


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