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10.06.2018 / Eventfotografie – davor, dabei und danach…

Sonntag, Juni 10th, 2018

Ich möchte Dich heute mitnehmen und Dir zeigen wie es aussieht wenn ich am Wochenende fotografieren gehe am Beispiel eines Fotoauftrags welches einen ganzen Tag einnimmt.

Freitag 19:00 Uhr | Vorbereitung ist das A und O

Bevor es überhaupt zu einem Event geht, plane ich, wie lange ich etwa brauche um dort anzukommen. Generell schadet es nicht etwa noch eine halbe bis Stunde – je nach Entfernung – extra für die Wegstrecke einzurechnen. Ich schaue in einem Kartenprogramm wie ich am besten das Ziel finde. Des weiteren mache ich mir ein Bild über den Auftrag und was ich an Technik benötige. Zur Sicherheit nehme ich oft jedoch mein ganzes Equipment mit und entscheide vor Ort welche Technik ich am besten Nutze. Für meine Kameras nehme ich mir auch nochmal vor jedem Auftrag extra Zeit. Sind die Akkus voll, sind alle Speicherkarten leer und vorhanden(!), sind die Objektive in einem guten Zustand? Alles in Ordnung? Dann geht es ins Bett. Gut ausgeschlafen in den Tag zu starten ist das beste was mir passieren kann, jedoch ist es nicht immer möglich.

Samstag 07:00 Uhr | Der Wecker Klingelt

Und damit beginnt der Tag. Der Wecker holt mich aus den Träumen, recht unsanft und ungebremst geht es von 0 auf 100 oder erstmal auf 90. Ein paar Minuten dösen hat noch nie geschadet, also stehe ich ein paar Minuten später auf und gestalte mich erst einmal Tageslichttauglich.

Samstag 08:00 Uhr | Der Letzte Check und Abfahrt

Nun ist es endlich soweit, Munter und Gestärkt geht es in den Tag. Eine letzte Überprüfung dass ich nichts vergesse – Speicherkarten verstecken sich dennoch mal gern im PC – und auf geht es zum Auto. Lieblingsmusik rausgesucht, Route gestartet, Dash-Cam gestartet und Blitzer-APP sowieso. Vorbeugen ist wichtig! Dann kann es entspannt los gehen.

Samstag 09:30 Uhr | Ankunft und Einstellungen der Kamera überprüfen

Am Ziel angekommen schau ich mich erst einmal in Ruhe um und probiere die Gegebenheiten aus und begrüße die bekannten und eventuell noch unbekannten Gesichter. Ich freue mich stets auf das herzliche Willkommen der Personen vor Ort zu denen ich mit der Zeit eine Freundschaft aufgebaut habe. Wir tauschen uns aus was fotografiert und auch was nicht fotografiert werden soll. Auch überprüfe ich die Einstellungen der Kamera. Für mich ist es wichtig die Fotos sicher zu speichern. Deswegen hat jeder meiner Kameras ein 2. Speicherkartenfach und in der Kamera überprüfe ich auch ob es auch dazu genutzt wird um Daten redundant zu speichern. Auch möchte ich die Auflösung nicht in die Höhe treiben und nutze maximal 24 Megapixel – das reicht. Um die Bilder später besser bearbeiten oder auch „retten“ zu können fotografiere ich nur noch in RAW. Das ist ein Rohdatenformat welches mehr Bearbeitungsmöglichkeiten als das herkömmliche JPG Format bietet.

Samstag 10:00 Uhr | Auf geht es ins Getümmel – Momente sammeln

Die Veranstaltung beginnt. Nun heißt es den Ablaufplan zu kennen und alle wichtigen Momente festzuhalten. Dabei schaue ich mich auch um, dass ich auch schöne – lustige – interessante ungestellte Momente finde und festhalte. Jedes Foto schaue ich mir an der Kamera genau an ob die Augen offen sind oder die Pose keine Person ins negative Licht rückt und markiere Fotos die ich definitiv nicht bearbeiten noch online stellen möchte. Damit spare ich mir auch wichtige Zeit in der Nachbearbeitung. Mit der Zeit habe ich recht viel durch andere Fotografen lernen können was man besser fotografieren kann und adaptierte mir diese Dinge, ohne einen Stil komplett zu kopieren.

Samstag 16:00 Uhr | Ende der Veranstaltung?

Es gibt Tage an denen ich eine Tagesveranstaltung fotografiere und dann „Feierabend“ habe oder es gibt auch Tage an denen noch eine Abendveranstaltung folgt. Letzteres finde ich besonders interessant weil es eine spezielle Herausforderung darstellt. Einerseits vom körperlichen „durchhalten“ und andererseits vom Lichtwechsel in die Nacht. Wenn ich „nur“ am Tag oder „nur“ in der Nacht fotografiere ist es recht leicht die Kamera voreinzustellen. Wenn ich jedoch durch die Dämmerungszeit Fotografie ist es spannend weil jede Lichtsituation anders ist und es das ganze spannender gestaltet. Jede Situation muss ich vorher durchdenken und anders einstellen bzw. belichten und wenn es dann wieder Nacht ist, dann kann ich mich wieder mehr auf die Motive als auf die Einstellung konzentrieren. Mit der Zeit ist jedoch diese Einstellungsorgie in Fleisch und Blut übergegangen und ich bin selbst da entspannt. Die körperliche Belastung bleibt jedoch. Wer schon einmal eine Spiegelreflexkamera mit einem recht schweren Objektiv und Blitz in der Hand gehalten hat, weiß was ich am Tag umhertrage. Einige mögen jetzt sagen, dass ich doch mir eine leichtere Spiegellose Kamera kaufen soll. Selbst habe ich schon mal eine Spiegellose Kamera probiert, jedoch finde ich noch den guten „alten“ analogen Sucher eine bessere Möglichkeit Eventfotos – besonders in der Nacht – zu erstellen. Da mag aber jeder anders denken.

Samstag 24:00 Uhr | Die Veranstaltung ist zu ende.

Nun habe ich eine Tages- und Abendveranstaltung begleitet und bin doch recht froh wenn ich noch wach genug bin um nach Hause zu fahren. Für den Weg nach Hause schaue ich meist noch wo ich einen Wachmacher wie einen Latte Macchiato oder ähnliches finde und dann gehts wieder ins Auto – Musik an – Route raussuchen – Blitzer App an und die Fahrt kann beginnen

Sonntag 01:00 Uhr | Zu Hause angekommen – nun geht es erst richtig los

Jetzt könnte man denken, dass mein Tag zu ende ist. Könnte man. Aber jetzt geht es erstmal an den PC. Zumindest wenn ich denke, dass ich wach genug bin um nicht vor dem PC einzuschlafen. Also nehme ich die Speicherkarten aus den Kameras und lese sie ein. Das dauert seine Zeit. Parallel schaue ich nach den Akkus. Nach einem vollen Tag sind die Akkus meist um 70% geschwächt und müssen aufgeladen werden. Ab an die Ladestation. Genau wie die Blitzakkus. Die werden besonders im IC Ladegerät behandelt. Vollständiges computergestütztes Restentladen und Aufladen auf das Maximum sichert mir die volle Leistungsfähigkeit der Blitze zu.

Sonntag 04:00 Uhr | Schlafenszeit – vorerst

3 Stunden sind die typische Zeit für die Bearbeitung der Fotos, für einen Tag kann es jedoch auch mal länger sein. 4 oder 5 Stunden sind keine Seltenheit.

Sonntag 09:00 Uhr | Der Wecker klingelt – die Nachbereitung geht los

Nachdem die Bilder über Nacht bearbeitet wurden kümmere ich mich am Morgen darum, dass die Bilder den Empfänger erreichen. Dazu gibt es heutzutage verschiedene Möglichkeiten. Cloud oder FTP Dienste sind eine gute Möglichkeit die Daten zu übertragen. Hierbei benötige ich einen schnellen Upload. Je nach Dateigröße dauert es noch einige Minuten bis die Bilder hoch geladen sind. Nachdem dies erledigt ist, wird noch die Rechnung geschrieben – der Mehrwertsteuersatz beachtet – und auch diese dann verschickt. Die Speicherkarten werden wieder in die Kameras gesteckt und noch einmal formatiert. Auch die Akkus kommen wieder in die Kameras und die Blitzakkus werden von mir gesondert überprüft auf die Leistung. Sollten sie weniger als die beschriebene Leistung haben werden sie ausgemustert und nur noch in Geräten genutzt, welche keine Höchstleistung fordern. Damit die Bilder nicht so viel Platz auf dem PC weg nehmen, meistens sind es doch bei einer längeren Veranstaltung etwa 40 GB! (Rohdaten, Videos etc.), verschiebe ich sie zur Archivierung auf eine externe Festplatte. Vor einigen Jahren hat noch eine 1 TB Festplatte gereicht für ein Jahr, nun brauche ich 1-2 Festplatten mit je 2 TB für ein Jahr. Dies ist vor allem der steigenden Auflösung meiner Aufnahmen geschuldet.

Sonntag 10:00 Uhr | Geschafft? Vorerst!

Nun sind die Bilder bearbeitet und hochgeladen, die Rechnung ist geschrieben und verschickt und ich starte in den Sonntag.

Nun kannst Du Dir auch in etwa vorstellen wie das Umfeld der Fotografie aussieht. Für mich ist es eine positive Erfüllung, positiver Stress. Durch viele unterschiedliche Aufträge lerne ich viele unterschiedliche Menschen, Charaktere, Veranstalter oder weitere Kontakte kennen. Selbst an den Aufträgen finde ich, je unterschiedlicher sie sind, desto besser. Um so mehr kann ich Erfahrungen sammeln.

Nichts beständiger als die Veränderung. Auf viele weitere interessante Jahre.


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